24.03.2017

Weniger ist manchmal mehr

Informationsveranstaltung zur Arzneimitteltherapie älterer Menschen

Am Mittwoch, dem 5. April, findet ab 18.30 Uhr im Marienkrankenhaus Cochem ein Vortrag zum Thema „Besonderheiten der Arzneimitteltherapie älterer Menschen“ statt. Dr. Horst-Peter Wagner, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin ll / Akut-Geriatrie, wird an diesem Abend in den Räumen der Krankenpflegeschule Interessierte ausführlich darüber informieren, was im Rahmen einer Medikation zu beachten ist.

„Fünf oder mehr Arzneimittel an jedem Tag einzunehmen, ist im Alter keine Seltenheit. Die große Schwierigkeit besteht darin, diese Multimedikation verträglich zu halten oder zugunsten der Gesundheit des Patienten zu reduzieren. Denn eine mögliche schwere Nebenwirkung von Multimedikation oder potenziell inadäquaten Medikamenten sind Stürze. Allein in deutschen Pflegeheimen werden über eine halbe Millionen Stürze, Verwirrtheitszustände u. ä. auf die Folgen einer suboptimalen Medikation zurückgeführt“, erklärt Dr. Wagner.

Ein vom Bundesgesundheitsministerium beauftragter Untersuchungsbericht von 2011 hat festgestellt, dass 66 Prozent dieser „Nebenwirkungen“ potenziell vermeidbar oder zumindest in ihrem Ausmaß begrenzbar sind. „Dies ist ein wichtiger Ansatz, den wir Mediziner in unserer täglichen Arbeit berücksichtigen müssen. Denn verständlicherweise haben ältere Menschen vor solchen Folgen, insbesondere vor Stürzen, Angst – zieht ein Sturz im Alter doch meist eine signifikante Verschlechterung des Allgemeinzustandes nach sich. In meinem Vortrag möchte ich die Möglichkeiten zur Identifikation, Reduzierung, Absetzung und Umstellung sturzgefährdender oder anderweitig potentiell unangebrachter Medikation darstellen. Darüber hinaus werde ich erläutern, was der Patient und seine Angehörigen selbst tun können, wenn sie diese Problematik ansprechen möchten. Häufig können schon geringe Änderungen eine große Wirkung erzielen und die Sicherheit der Patienten deutlich erhöhen“, ergänzt der Chefarzt der Abteilung für Altersmedizin im Marienkrankenhaus Cochem.

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